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Eine kleine Einführung in "Die Gerechten" von Albert Camus

Eine Organisation von Terroristen trifft sich in einer Wohnung, um die letzten Details ihres in Kürze geplanten Attentats auf den Großfürsten klären zu können. Die bevorstehende Tat wird ein Menschenleben fordern, ja, dessen sind sich die Mitglieder gewiss. Doch im Kampf gegen die Tyrannei und für die Befreiung des Volkes; legitimiert sich die Tat als Akt der Gerechtigkeit und als Teil der Idee von einer besseren Welt.
Für einen Menschen, der "wahrhaft an das Leben glaubt und davon überzeugt ist, dass die Idee ihren Sieg erringt", ist die bevorstehende Tat gar der Sinnentwurf des Lebens schlechthin und insofern unabdingbar in Richtung bessere Welt.  Und doch scheitert das Attentat: Kaliajew wird ausgewählt; er soll die Bombe werfen. Entschlossen, zu allem bereit, steht er da, den Sprengsatz in der Hand. Als er jedoch sieht, dass sich in der Kutsche nicht nur der Großfürst, sondern auch zwei junge Kinder befinden, bricht er den Anschlag ab. Die absolute Überzeugung von der Notwendigkeit der Idee, die Revolution, im Sinne der Rechtmäßigkeit ihrer Rechtfertigung, als Instrument zu nutzen, um "gemeinsam für eine bessere Welt und eine gerechtere Zeit zu kämpfen" mag zunächst noch bestandhalten, allmählich beginnt die Oberfläche jedoch zu bröckeln. So geraten die z.T. ohnehin schon so verschiedenen Charaktere der Terrorzelle immer öfter aneinander, alsbald entbrennt ein heftiger Disput, dessen Konfrontationen allmählich auch an der Idee selbst zu rütteln beginnen:
Wie hoch darf der Preis sein, den man für die Freiheit des Volkes zahlt?
Wie viel Blut erträgt die Gerechtigkeit, bevor sie zur Ungerechtigkeit wird?" und:
Wenn die Idee es nicht fertig bringt, Kinder zu töten, verdient sie es dann das man einen Großfürsten tötet?

gut, dass wir den guten Samuel noch mal nach Bamberg geholt haben

"19. Februar 1937: Es ist spät in der Nacht, als Samuel Beckett mit dem Zug in Bamberg ankommt. Vom Bahnhof geht er unverzüglich in die Adolf-Hitler-Straße und steigt dort im Hotel "Drei Kronen" ab - eine Unterkunft, die ihm sein Reiseführer, der Baedecker, empfohlen hat. "Look at lovely Bamberg", notiert Beckett tags darauf mit kleiner Schrift in eines seiner Tagebücher, die er bei sich hat. Er isst ein "Bauernomelett", trinkt im Traditionslokal "Schlenkerla" Rauchbier ("excellent") und besucht die Sehenswürdigkeiten: "The Reiter", das berühmte Reiterstandbild im Dom, ebenso wie die "Neue Residenz". Der Kurzaufenthalt in der oberfränkischen Bischofsstadt markiert den Beginn einer mehrwöchigen Sightseeing-Tour durch Bayern, die den damals 30-jährigen Schriftsteller über Nürnberg und Regensburg zu guter Letzt auch nach München führt."

http://www.sueddeutsche.de/kultur/samuel-beckett-in-nazi-deutschland-unspeakable-eintopf-1.1063083